Cotahuasi, die Provinzhauptstadt von La Unión,
befindet sich 379 km von der "weissen Stadt" Arequipa entfernt,
auf einer Höhe von 2683 m. In
Cotahuasi selbst
vergeht die Zeit nur langsam, so als ob die Stadt selbst von den
unzähligen Sehenswürdigkeiten in ihrer Umgebung bezaubert wäre.
Die schnurgeraden Strassen dieser ruhigen Ortschaft führen den Besucher
vorbei an zahlreichen antiken Bauten; von den beeindruckenden Lagunen,
Thermalquellen, Wasserfällen, den mysteriösen steinernen Feldern
und den Puya- und Kakteenhainen, die sich in der Umgebung von
Cotahuasi
befinden, ganz zu schweigen.
In Cotahuasi sollte man die folgenden Orte besichtigen:
In Cotahuasi:
-Nuestra Señora de la Concepción: Diese Kirche wurde im Kolonialstil erbaut und weist die typischen Merkmale der Kirchen in der Provinz: eine biedere Fassade, Rundbögen mit Säulen, ein Hauptaltar aus Gold und massive Wände aus Adobe. Sie ist mehr als 170 Jahre alt und beherbergt wertvolle Gemälde der Schule von Arequipa.
-Glockenturm von Santa Ana: Der Glockenturm befindet sich am Ortsausgang von Cotahuasi. Von dort aus hat man die beste Sicht auf diese Provinzhauptstadt und die nahegelegende Lagune von Chaquicocha.
-Huyñao: Vom Gipfel dieses Berges aus kann der Reisende einen phantastischen Panoramablick auf die Stadt Cotahuasi und das gesamte Tal geniessen. Der Huyñao liegt eine Stunde von Cotahuasi entfernt. Während der Feiern des Abenteuersportes dient er als Landezone für die mutigen Paraglider und Drachenflieger.
Der Canyon von Cotahuasi:
Der Fluss
Cotahuasi schlängelt sich durch gleichnamigen
Canyon und scheint dabei die Berge mit grosser Beharrlichkeit und
mit ungeheurer Kraft zu durchbohren. Auf diese Weise bahnt er sich
seinen Weg durch die hohen Felswände und die fruchtbaren Täler des
Canyons von
Cotahuasi. Der Canyon von
Cotahuasi
gilt als der tiefste Canyon der Welt.
Er erstreckt sich von den Ausläufern des schneebedeckten Berges
Solimana bis an die Stelle, an der sich der Río
Cotahuasi
und der Rio Ocoña vereinen. Die tiefste Stelle des Canyons befindet
sich im Sektor von Ninacocha, in unmittelbarer Nähe der Ortschaft
Quechualla (3535 m). Entlang des Flusslaufes befinden sich imposante
Lagunen, erfrischende Thermalquellen von medizinischer Heilkraft
und Gletscher sowie eine vielfältige Fauna und Flora.
Am 3. März 1988 wurde der Canyon von
Cotahuasi
zum Naturschutzgebiet erklärt. In der näheren Umgebung des Canyons
befinden sich Kirchen, Grabstätten und grossflächig angelegte Terrassen
prähispanischen Ursprungs. Letztere sind ein deutlicher Beweis für
den Fleiss und das Einfallsreichtum der einstigen Bewohner Perus
und wurden von diesen errichtet, um so eine möglichst grosse landwirtschaftliche
Anbaufläche zur Verfügung zu haben.
Aufgrund seiner schönen, äusserst abwechslungsreichen und bisweilen
recht hügeligen geographischen Beschaffenheit wurde der Canyon von
Cotahuasi ebenfalls zu einem idealen Zielort für den Abenteuertourismus.
Jedes Jahr findet hier ein Festival statt, auf dem den Besuchern
sportliche Darbietungen aus dem Bereich des Mountainbiking, des
Rafting, des Drachenfliegens, des Freeclimbing und des Trekkingsportes
geboten werden.
-Wasserfall von Sipia: ein beeindruckendes
Naturschauspiel von 150 m Höhe. Der Wasserfall von Sipia ist der
grösste seiner Art im gesamten Canyon. Anhand dieses Wasserfalles
lernt man die ungeheure Kraft des Flusses und die Tiefe dieser geographischen
Verwerfung kennen und schätzen. Der Wasserfall ist drei Stunden
von der Ortschaft
Cotahuasi entfernt (zu Fuss).
Die Reise dorthin dauert jedoch nur halb solange, wenn man mit einem
Minivan bis zur Hängebrücke von Cuyao fährt, wo die asphaltierte
Strasse endet. Die restliche Wegstrecke bis zum Wasserfall legt
man entweder zu Fuss oder auf dem Rücken eines Maultieres zurück.
Der Weg nach
Cotahuasi ist unglaublich schön und
führt an einigen Stellen direkt am Rio
Cotahuasi
entlang. Diese Gegend gilt im Allgemeinen als sehr trocken und steinig,
ausserdem muss man einige leichte Steigungen überwinden. Auf dem
Weg nach
Cotahuasi überquert man das Flussbett
auf einer weiteren Hängebrücke ein zweites Mal. Nicht selten trifft
man dabei auf Maultiertreiber aus den benachbarten Gemeinden des
Canyons von
Cotahuasi.
Canyon Tal
-Santo Santo: eine mysteriöse Ansammlung von Steinen, die aufgrund von Erosionen entstanden ist. Die seltsamen steinernen Figuren erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 5 km². Santo Santo befindet sich in dem Bezirk von Huaynacotas, 17 km von der Ortschaft Cotahuasi entfernt und liegt auf einer Höhe von 4200 m.
-Thermalquellen von Luicho: Die
Wassertemperatur der Thermalquellen, die aus dem gleichnamigen Berg
entspringen, schwankt zwischen 33°C und 38°C. Für Menschen, die
an Rheuma, Arthritis oder Muskelatrophie leiden, ist ein Besuch
dieser Quellen aufgrund ihrer heilenden Wirkung sehr empfehlenswert.
Einige Kilometer von Luicho entfernt, befinden sich die Ruinen von
Supaycanchis, Purahuasi und Huacchar. Die Thermalquellen selbst
sind 2 km vom Bezirk Alca (2750 m) und 17 km von
Cotahuasi
entfernt.
-Puyahain: In der Nähe der Ortschaft Lauripampa, im Bezirk von Puyca und mehr als 4 h von der Provinzhauptstadt Cotahuasi entfernt, befindet sich ein grosser Puyahain. Diese kakteenähnlichen Gewächse erreichen bisweilen eine Höhe von 10 m.
Die Puyas sind vom Aussterben bedroht und gedeihen nur in den Höhenlagen der Anden. In dieser Gegend kann man ausserdem Grabstätten, Chullpas und eine einzigartige Terrassenanlage aus der Zeit der Wari und der Inka besichtigen. Als besonders sehenswert gelten die Ruinen von Maukallacta.
-Kakteenhain von Judío Pampa:Dort
gedeihen seltene Riesenkakteen, die eine Höhe von bis zu 13 m erreichen
können. Die Kakteen sind im Laufe der Zeit eine Symbiose mit einer
dort heimischen Fledermausart eingegangen. Der Kakteenhain selbst
befindet sich im Bezirk von Quechualla (1980m). Quechualla ist bekannt
für seine Weinberge und seine Obstplantagen. Nach einer fünfstündigen
Wanderung entlang des Weges in Richtung Sipia erreicht man schliesslich
die Ortschaft
Cotahuasi.
-Charcana: Dies ist eine der
traditionsreichsten Ortschaften der Provinz von La Unión. Die meisten
Häuser der Stadt haben noch Strohdächer. Von Charcana aus hat man
eine herrliche Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel des Solimana
und des Firura. Die Stadt selbst, die auf einer Höhe von 3417 m
liegt, ist von
Cotahuasi aus problemlos erreichbar.
Der Weg von Cotahuasi nach Charcana dauert 8h und wird auf dem Rücken
von Maultieren zurückgelegt.
-Pampamarca: Der Bezirk von Pampamarca
ist zwei Busstunden von
Cotahuasi entfernt. Dort
befinden sich eine beeindruckende Terrassenanlage, präinkaische
Ruinen, Chullpas und einige malerische Wasserfälle.