Ein wunderschönes Tal voller Geschichte, warmer Sonne und einer überraschenden
Geografie, die eine der tiefsten Schluchten der Erde bietet und
dazu die überlieferten Traditionen einer Handvoll uralter Dörfer
aufrecht erhält.
Die Colca-Schlucht ist die zweittiefste Schlucht der Welt nach der
Cotahuasi-Schlucht (beide liegen in Department von Arequipa) und
liegt längs des Tals desselben Namens. Die Schlucht erreicht eine
Tiefe von 3.180 Metern und stellt ein absolut sehenswertes Naturereignis
dar.
Die Route von der Stadt Arequipa zum Colca-Tal durchquert Pampa Cañahua, ein Naturschutzgebiet, das die wertvollsten Kameltiere Südamerikas, die Vicuñas (Vicugna vicugna), schützt. Aus deren Wolle werden die feinsten und höchstgehandelten Fasern des internationalen Markts hergestellt.
Eine der ersten Ortschaften, die wir besuchen werden, ist Chivay, das wichtigste Dorf des Tals, welches in einer Entfernung von drei Reisestunden von Arequipa liegt. Von dort aus starten die Touren zu den anderen Orten und Dörfern, die teilweise vom Vizekönig Toledo im XVI. Jahrhundert als Indio-Lager für die Nachkommen der Collaguas (mit Aymara-Ursprung) und Cabanas (mit Quetschua-Ursprung) errichtet wurden. Die Bewohner haben viele ihrer Traditionen aufrecht erhalten, wie beispielsweise den Gebrauch der Terrassensysteme für die Landwirtschaft oder weitere uralte Traditionen wichtiger Feste und den dazugehörigen farbenfrohen und auffälligen Trachten.
Von Chivay aus kann man auch den Ausflug zum Mirador de la Cruz del Cóndor (Aussichtspunkt Kreuz des Kondors) auf 3.287 Metern über dem Meeresspiegel unternehmen, einer wunderschönen natürlichen Aussichtsplattform, von der aus man den majestätischen Flug des Kondors (Vultur gryphus) beobachten kann. Außerdem hat man eine privilegierte Sicht auf die imposanten Vulkane Sabancaya und Coropuna.
Die Region von Colca hat eine beachtliche Artenvielfalt der hiesigen Tierwelt zu bieten, wie den Mauerfalken oder Cernícalo (Falco sparverius), den Wanderfalken oder Halcón Peregrino (Falco peregrinus), das Bergrebhuhn oder Perdiz Serrana (Nothroprocta pentlandii), den Puma (Puma concolor) und die vier südamerikanischen Kamelarten, die Vicuña und das Guanaco (die dort wild leben), und das Lama und das Alpaca (die domestiziert wurden). Unter den meistvertretenen Pflanzenarten sind das Ichu (Andengras) und die Tola zu nennen.
Aber die Region hat noch viele Überraschungen mehr für ihre Besucher parat. In den Monaten Mai bis Oktober werden die Wasser des Flusses Colca befahrbar, was diesen Fluss zum einem idealen Ort für das Kanufahren macht.
Auch ist die Region bekannt für ihr feines Kunsthandwerk. Die Bewohner des Tals legen ihr ganzes Herz in die Herstellung von Teppichen, Stickereien verschiedenster Art, Metallziselierungen und Holzschnitzereien, die eine sehr schöne Erinnerung an diese wunderbare Reise sein können.